Vereinschronik des Schützenvereines Körle 1930 e.V.


Im Jahre 1930 gründeten 34 schießsportbegeisterte Mitglieder den Schützenverein Körle.

 

Im Gießenhol, unweit des Körler Wasserwerkes, entstand der erste Schießstand und die Schießzeiten, die sich ausschließlich auf den Sonntagmorgen beschränkten, wurden mit Begeisterung angenommen. Die jährlichen Königsschießen waren schon damals der Höhepunkt des geselligen Vereinslebens. Während der Kriegsjahre wurden ja dann jeglicheVereinsaktivitäten eingestellt. Im Jahre 1960 waren es nun wieder 30 beherzte Schützen, die eine alte Schützentradition erneut aufleben ließen und hoben den Schützenverein Körle ein zweites mal aus der Taufe.

 

Der Saal der Bahnhofsgaststätte war, mit 3 Schießständen ausgerüstet, das erste Vereinsdomizil. Im Bereich Luftdruckwaffen machten die Körler Schützen schnell auf sich aufmerksam und bereits in 1963 wurde der erste Kreismeistertitel errungen. Verstärkung durch den Zusammenschluß mit den Wagenfurther Schützen in 1964 und die Erweiterung der Schießanlage auf sieben Schießstände mit Aufenthaltsraum, unter dem Saal der Vereinsgaststätte, beflügelten zu weiteren Erfolgen. In 1969 erfolgte der Eintrag in das Vereinsregister und der Verein erlangte als Schützenverein Körle 1930 e.V. Rechtsfähigkeit. An stetigem Aufbau interessiert, wurde eine Vereinsfahne angeschafft und während des Kreisschützenfestes am 4.Juli 1970 geweiht. Ebenfalls in 1970 wurde eine Jugendabteilung ins Leben gerufen, was sich als absoluter Glücksfall herausstellte. In 1972 errangen die Jugendschützen H.G. Werner, B. Knauf und H. Schneider einen Vize-Landesmeistertitel. Mehrfach ungeschlagen als Jugend- und Juniorenmannschaft auf Kreisebene, etliche Gau- und Kreismeistertitel und erinnern so an die guten alten erfolgreichen „Siebziger Jahre“. In 1974 konnte man das 100. Vereinsmitglied begrüßen und eine Damenabteilung wurde gegründet. Seit 1975 werden regelmäßig Vereinsvergleichsschießen aller Körler Vereine durchgeführt. Ein Auf und Ab zwischen Gau- und Kreisklasse war 20 Jahre ständiger Begleiter der 1.Luftgewehrmannschaft. In 1980 wurde mit dem „Seesener Schützenverein von 1956 e.V.“ eine Partnerschaft geschlossen.

 

Nach unermüdlichem Einsatz, ca. 2000 Arbeitsstunden in Eigenleistung und Materialkosten von 30.000 DM, konnte schließlich in 1983 die vereinseigene Schießanlage in der Berglandhalle bezogen werden. In 1986 wurde das erste Ostereierschießen durchgeführt, das bis heute fester Bestandteil des Dorfgeschehens ist. Die Teilnahme in 1988 am größten deutschen Schützenfest in Hannover bleiben ebenso unvergessen wie die Teilnahme am hessischen Landesschützentag in Offenbach, an dem Ernst Erbeck für 25-jährigen Vereinsvorsitz mit dem „Großen hessischen Verbandsehrenzeichen in Gold“ ausgezeichnet wurde. Am 25.01.1991 erfolgte ein Wechsel an der Vereinsspitze und Günther Döring übernahm von Ernst Erbeck den Vereinsvorsitz, den er bis jetzt inne hat. Ernst Erbeck wurde, in Anerkennung seiner Verdienste, zum „Ehrenvorsitzenden“ ernannt. Mit einem Aufwand von 1151 Arbeitsstunden in Eigenleistung und Kosten von ca. 12.000 DM wurde die Schießanlage um einen Geräteraum erweitert und am 29.07.1994 mit einem zünftigen Richtfest eingeweiht.

 

Im Bestreben, den aktiven Vereinsmitgliedern immer den neuesten technischen Stand anzubieten, wurden Waffen und Geräte ständig auf aktuelles technisches Niveau gebracht. Zur wesentlichen Erleichterung des Wettkampfbetriebes trägt eine, in 1999 mit Kosten in Höhe von 3.800,00 DM angeschaffte, RIKA Ring- und Teiler-Maschine bei.

 

Mit dem Erwerb eines Trainingsanalysesystems (SAM Trainer) im Jahre 2000 wurde eine vollelektronische Schießanlage eingerichtet und das neue Jahrtausend mit neuestem technischen Standart begonnen. Nicht ahnend, dass uns das neue Waffengesetz mit dem Jahre 2003 einiges an Auflagen vorschreiben würde, hatten wir bereits frühzeitig die Möglichkeit, mit diesem Trainingsgerät Jugendliche vor dem gesetzlichen Mindestalter an das Schießtraining heran zu führen. Trotz eines enormen fortschrittlichen technischen Standarts an Waffen und Gerät verliefen die letzten Jahre auf dem schießsportlichen Sektor ohne wesentliche Höhen und Tiefen. Erwähnenswert sind jedoch die hervorragenden und beständigen Einzelleistungen von Sigrid Schaub, Nadine Pfeiffer (Rüba), Ullrich-Andre Werner, Heinz-Günter Werner u.a., die den Verein bei Kreismeisterschaften sowie überregionalen Meisterschaften bestens präsentiert haben. Besonders erwähnenswert ist noch die Schülerin Isabelle Werner, ein Supertalent aus der Schützenfamilie Werner, die mit ihren 14 Jahren beachtliche Platzierungen und Ergebnisse auf Vereins-, Kreis- und Gauebene vorzuweisen hat. Dass aber auch die jung gebliebenen Senioren des Vereines noch einiges zu bieten haben beweist das unwahrscheinlich große Engagement bei Wettkämpfen in der Seniorenklasse. Ungeahnte Talente werden plötzlich aktiviert und gewürzt mit einer Menge Ehrgeiz werden sagenhafte Schießergebnisse erzielt.

 

Seit dem Bestehen des Schützenvereines Körle 1930 e.V. gab es nie Probleme, die nicht gemeistert werden konnten. Freude am Schießsport und Pflege guter Kameradschaft waren stets die Merkmale, unter denen der Verein zu der stattlichen Zahl von 187 Mitgliedern im Jubiläumsjahr 2005 herangewachsen ist. Geselligkeit wird groß geschrieben bei den Körler Schützen, doch stehen sie auch im sportlichen Wettstreit jederzeit ihren Mann bzw. ihre Frau. Besonderes Augenmerk soll daher auch, wie bisher, auf eine gute und intensive Jugendbetreuung gelegt werden. Unsere Devise wird auch für die Zukunft sein: „Geselligkeit, Kameradschaft und Pflege des Schießsports sind die tragenden Säulen des Schützenvereines Körle 1930 e.V.“